M e H u N a   M e n s c h   H u n d   N a t u r

Anita Brunner

*1964

Ich bin auf dem Bauernhof "Schöllen" in Degersheim aufgewachsen. Nach der Schulzeit, habe ich die Bäuerinnen Ausbildung absolviert und anschliessend die Gärtnerlehre abgeschlossen. Ich habe nur ein halbes Jahr auf diesen Berufen gearbeitet und bin dann fünf Jahre in Amerika gewesen, wo ich vieles erlebt habe, das zu meiner Persönlichkeits-Bildung massgebend beigetragen hat. Schon vor meinem Amerika-Aufenthalt wünschte ich mir auf dem elterlichen Betrieb einmal eine Herberge zu errichten, damals vorwiegend für junge Leute / Studenten, welche sich eine Auszeit gönnen möchten. Vieles, das ich dann in den USA, dem grossen Land der unbegrenzten Möglichkeiten, erleben durfte hat nun zur Verwirklichung dieses Traumes beigetragen.

1994 habe ich angefangen, auf dem elterlichen Betrieb mitzuarbeiten. Habe dann auch gleich begonnen, mit dem Verein Landwirtschaft und Behinderte zusammen zu arbeiten, damit ich geistig beinträchtigte Menschen auf dem Hof integrieren konnte. Auf meinen Wunsch hin, hat mein Vater in diesem Jahr eingewilligt den Hof auf die biologische Arbeitsweise umzustellen, da ich mehr und mehr mit der Unterstützung der Behinderten den Gemüseanbau aufbaute und die Direktvermarktung anstrebte. 

1997 hat mir mein Vater den Hof in Pacht gegeben. Ich war also selbständig erwerbend und Pächterin. Die biologische produktionsweise war noch eine grosse Herausforderung. Das heisst, alle Betriebszweige, Rindvieh, Hühner, Pferde und Schafe aber auch den Gemüseanbau mit Vermarktung hatten die Richtlinien der Bio- Suisse zu erfüllen. Der Biolandbau, war zu jener Zeit noch stark im Aufbau. Viele Anpassungen und ein grosser Wandel haben über die Jahre stattgefunden. 

Mein Ziel, alles ohne Chemie und irgendwelchen syntetischen Mitteln zu produzieren, hat sich so gut umsetzen lassen. 

2002 bot mir mein Vater an den Hof käuflich zu erwerben.

2007 entstand die Möglichkeit, mit dem Nachbarn näher zusammen zu arbeiten, und wir bildeten eine Betriebsgemeinschaft, was den Neubau einer grossen Scheune mit Laufstall nach den damals neusten Erkenntnissen zum Wohlergehen der Tiere notwendig machte. 

Es sind seither viele Jahre vergangen, das Ziel mal mehr und mal weniger vor Augen. Vieles ist über die Jahre passiert. Vieles ist prägend. Für meine heutige Tätigkeitsbereiche massgebend, ist vorallem die Ausbildung meiner ersten Hündin Kira. Auch hier hatte ich eine Vorstellung, was aus diesem Hund einmal werden sollte. Manche Tränen habe ich in der Verzweiflung vergossen, weil es oft nicht so kam, wie ich es mir wünschte. Heute weiss ich, das hat alles dazugehört. Ich durfte mit diesem Hund so vieles lernen. Habe verschiedene Hundeschulen besucht, und einiges gesehen und erlebt. Dementsprechend war wieder viel Gutes dabei, das mich geprägt hat. Ich durfte eine Ausbildungsstätte kennen lernen, die einen anderen Weg geht als die Masse. Ich habe gelernt, auf das Tier einzugehen, und mit dem Hund zu kommunizieren. Heute brauche ich mit Kira kaum zu sprechen, sie versteht mich, fast bevor ich meinen Gedankenn zu Ende gedacht habe. Und es beruht auf Gegenseitigkeit. Ich erkenne dies und reagiere dann dementsprechend. Echt speziel! 

Ein weiterer Hund Ben, ein reiner Border Collie, kam dazu, auch von ihm lernte ich viel. Mit ihm absolvierte ich die Hundetrainerausbildung bei NF. Vor drei Jahren kam Hund Django zu mir. Auch kein einfaches "Ding". Die Frage, weshalb ich mir das antue? - Weil ich die Herausforderungen mag. Ich möchte lernen und verstehen. Wir haben nie ausgelernt. 

Was ich selber gelernt habe, kann ich aus der Praxis weitergeben. Ich bin kein Fan von Theorien, doch sie zu verstehen und in die Praxis umzusetzen, finde ich spannend. 

Noch ein weiteres spezielles Erlebenis hat meine jetzige Arbeit geprägt. Vor sechs Jahren, verlor ich mehr und mehr die Fähigkeit, meine Arbeiten ordnungsgemäss auszuführen. Ich verlor die Lust, hinauszugehen und etwas anzugehen. Meine Ziele zu verwirklichen, rückte in weite Ferne.  Es fehlte einfach der Antrieb. Ängste entstanden, dass ich meinen Traum begraben muss, nie eine Herberge errichten werde, weil mir schlicht die Kraft fehlt, all das zu bewältigen. Als dann gar nichts mehr ging, empfahl mir endlich eine gute Freundin, zum Arzt zu gehen und mich krank zu schreiben. Der schüttelte mehr oder weniger den Kopf. Ich war so verzweifelt. Doch irgendwann kam eine Lösung. Eine Beraterin, die ich damals beizog, empfahl mir eine Therapie auf alternativer Basis. Es tönte gut. Doch wie soll ich das machen? Ich hatte doch einen Hof und viele Tiere zu versorgen. Doch das regelte meine Freundin, ehe ich mich besinnen konnte. Und ich brauchte auch nicht lange zu warten, innert ein paar Tagen war ein Platz für mich frei im Casa Betulla, im Tessin. Endlich durfte ich einmal eine Auszeit nehmen. Nach einem Monat war ich wieder voller Lebensfreude, voller Lebenslust und gestärkt mit einigem Rüstzeug Kriesen zu bewältigen. Und ich kam zurück auf den Hof. Schaute noch einmal allem ins Gesicht. Liess ein paar Veränderungen zu und viele Probleme waren gelöst.

Um mir noch mehr gutes zu tun, und um alles zu verstehen, was die vorhergehenden Jahre, mit mir passiert ist. Begann ich 2013 die Ausbildung zur Burnout-Prophylaxe-Trainerin, das war dann noch das Tüpfchen auf dem I. Absolut genial, was ich dort lernen durfte. Meine Abschlussarbeit trug den Titel "Burnout-Prophylaxe auf dem Bauernhof". Die Schulleiterin hat an mich geglaubt, und dafür bin ich ihr enorm dankbar. Denn das hat mir die Kraft gegeben, das zu verwirklichen, was schon jeher mein Traum war: eine Herberge zur Regeneration.

Nachdem ich mich selber genügend erholt hatte, fand ich die Kraft endlich das Wohnhaus auf dem Hof, mein Elternhaus, umzubauen in eine Herberge mit Räumen zur Regeneration, und einem Seminarraum für diverse Kurse. Hierfür habe ich die letzten Jahre mein Heim, im Schöllen 724 in Degersheim, in eine Herberge mit Seminarräumen umgebaut. 

Kommen sie vorbei, ruhen sie sich aus, und gehen sie gestärkt zurück in ihren Alltag vom Biohof in Degersheim

MeHuNa . Anita Brunner
Schöllen . 9113 Degersheim . +41 077 415 52 85 . kontakt@mehuna.ch